784: Deutschland-Georgien 2:0

(Samstag, 7.Oktober 2006)
Joachim Löw stellte mit dem 2:0 (1:0)-Erfolg im Testspiel gegen Georgien vor 28.000 Zuschauern im ausverkauften Rostocker Ostseestadion einen neuen Rekord auf. Nie zuvor startete ein Bundestrainer mit vier Siegen in seine Amtszeit. Gleichzeitig nutzte Löw den dritten Länderspielvergleich mit den Osteuropäern, um seine B-Elf zu testen.

So feierten mit Clemens Fritz (Werder Bremen), Piotr Trochowski (Hamburger SV), Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) und Alexander Madlung (VfL Wolfsburg) gleich vier Neulinge ihr Debüt im Nationaldress. Aus unterschiedlichsten Gründen (Verletzung, Schonung) verzichtete Löw auf die Stammkräfte Lehmann, Mertesacker, Metzelder, Huth, Nowotny, Borowski, Schneider, Jansen, Klose und Neuville.

Die deutsche B-Elf, erstmals mit Odonkor von Beginn an, spielte munter drauflos und vergaß dabei die konzentrierte Defensivarbeit. So kamen die Georgier in der ersten Halbzeit zu einigen Großchancen durch Tskitishvili (13.), der mit einem Fernschuss die Latte traf, und zweimal Martsvaladze, der nach einem Solo (18.) erst an Fritz scheiterte und eine Viertelstunde später nach ungenauem Zuspiel von Kobiashvili das leere Tor verfehlte.

Die beiden Treffer des DFB-Teams waren überaus sehenswert. Zunächst setzte der sehr aktive Kapitän Michael Ballack Bastian Schweinsteiger in Szene, der aus 28 Metern fast genau in den Winkel traf (24.). In der 67. Minute umgedrehte Vorzeichen: Schweinsteiger servierte den Ball maßgerecht Ballack, der von der Strafraumgrenze mit links dem schwachen Gästekeeper Lomaia keine Chance ließ.

Lukas Podolski "krönte" seine indiskutable Leistung mit einer Tätlichkeit gegen Khizanisvili (47.) und wurde zu Recht von Schiedsrichter Lehner des Feldes vewiesen. Khizanisvili wiederum durfte nach seiner zweiten gelben Karte (62.) ebenfalls vorzeitig zum Duschen.

Von den Neulingen hinterließ Trochowski den besten Eindruck, der anfangs frech und sehr quirlig auftrumpfte, nach einigen misslungenen Aktionen jedoch an Selbstvertrauen einbüßte. Fritz spielte sehr unauffällig und spielte nur selten seine Schnelligkeit aus. Schlaudraff und Madlung konnten sich nicht mehr in Szene setzen.

Deutschland: Hildebrand – Fritz, A. Friedrich, M. Friedrich (84. Madlung), Hitzlsperger (76. Fathi) – Odonkor, Ballack, Trochowski (76. Frings), Schweinsteiger – Hanke (65. Schlaudraff), Podolski
Georgien: Lomaia – Ghvinianidze (73. Khizaneishvili), Khizanishvili, Kaladze, Kvirkvelia (79. Gigiadze) – Menteshashvili (79. Aladashvili), Kankava, Kobiashvili, Tskitishvili (58. Gogua) – Martsvaladze (63. Iashvili), Demetradze (83. Modebadze)
Tore: 1:0 (24.) Schweinsteiger, 2:0 (67.) Ballack
Schiedsrichter: Gerald Lehner (Österreich)
Zuschauer: 28.000
Gelbe Karten: – / Menteshashvili, Tskitishvili
Gelb-Rote Karte: Khizanishvili (62.)
Rote Karte: Podolski (48.)

(tc)