787: Deutschland – Schweiz 3:1

(Mittwoch, 7. Februar 2007)
Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem hochverdienten 3:1 (2:0) über die Schweiz vor 51.000 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorfer LTU-Arena in das Jahr 2007 gestartet. Es war im 49. Vergleich mit dem Rekord-Länderspielgegner der 35. Sieg, bei sechs Unentschieden und acht Niederlagen, von denen die letzte 51 Jahre zurück liegt (1:3 am 21. November 1956 in Frankfurt).

Es war überdies das 22. Länderspiel in Düsseldorf (13 Siege, fünf Unentschieden, vier Niederlagen). Die letzte Schlappe setzte es an dieser Spielstätte am 12. September 1984 mit 1:3 gegen Argentinien. Es war das Debüt von Franz Beckenbauer als DFB-Teamchef.

In Abwesenheit des Standard-Sturmduos Miroslav Klose (Daumenverletzung) und Lukas Podolski (nach der Roten Karte gegen Georgien für zwei Testspiele gesperrt) richtete Bundestrainer Joachim Löw sein besonderes Augenmerk auf die zweite Stürmergarde. Der Schalker Kevin Kuranyi feierte nach 15-monatiger Nationalmannschaftspause sein Comeback, er hatte zuletzt am 12. November 2005 in Paris gegen Frankreich (0:0) den DFB-Dress getragen. Als Sturmpartner machte der Stuttgarter Mario Gomez sein erstes Länderspiel. Der 21-Jährige ist der siebte Debütant in der Ära Löw nach Manuel Friedrich, Malik Fathi, Piotr Trochowski, Clemens Fritz, Jan Schlaudraff und Alexander Madlung.

Beide Ersatz-Spitzen erfüllten die Erwartungen, waren laufbereit, stets anspielbar und torgefährlich. Bereits nach sieben Minuten hieß es 1:0, als Gästekeeper Benaglio einen Ballack-Kopfball nach Frings-Hereingabe nur an die Latte lenken konnte und Kuranyi per Kopf abstaubte. Wunderbar herausgespielt das 2:0 durch Gomez (30.), der eine Fritz-Flanke per Flugkopfball im Netz unterbrachte. Vorausgegangen war ein prima Doppelpass zwischen Fritz und Friedrich auf der rechten Mittelfeldseite.

Nach dem Wechsel erhöhte Frings (66.) mit einem direkt verwandelten Freistoß, bei dem Benaglio nicht gut aussah, auf 3:0. Anschließend nahm die deutsche Elf komplett das Tempo aus dem Spiel und konnte den Schlusspfiff, so schien es, kaum noch erwarten. Die Unaufmerksamkeiten häuften sich, so dass die Gäste nach einer Schlafmützigkeit der deutschen Abwehr (Lahm, Mertesacker) durch Streller zum Ehrentreffer kamen.

Insgesamt zeigte die deutsche Elf auch ohne die Stammkräfte Schneider, Frings und Podolski 65 Minuten lang eine sehr ansprechende Leistung. Die Abwehr wurde kaum geprüft, stand aber meist sehr sicher. Dominante Persönlichkeit im Mittelfeld war einmal mehr Torsten Frings, der mit seiner Zweikampfstärke, Ballsicherheit und Übersicht aus der Elf nicht wegzudenken ist. Der Bremer ist zum unumschränkten Chef des jungen Teams avanciert und braucht sich vor keinem anderen defensiven Mittelfeldspieler der Welt zu verstecken. Das Duo Friedrich – Fritz stellte auf der rechten Mittelfeldseite die linke Bayern-Achse Lahm – Schweinsteiger klar in den Schatten. Schweinsteiger bestätigte seine zuletzt sehr schwache Vereinsform, der WM-Star ist derzeit ohne Selbstvertrauen. Kapitän Michael Ballack bot bis zu seinem Ausscheiden (Oberschenkelzerrung) eine solide Partie als Anspielstation und Ballverteiler, gleiches gilt für Tim Borowski, der in der zweiten Halbzeit für ihn ins Spiel kam.

Deutschland: Lehmann – Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm – Fritz, Frings (74. Hitzlsperger), Ballack (46. Borowski), Schweinsteiger (74. Jansen) – Gomez (58. Hanke), Kuranyi (83. Schlaudraff)
Schweiz: Benaglio – P. Degen, Senderos, Grichting, Magnin (59. Dzemaili) – Behrami, Vogel (58. Spycher), Yakin (57. Vonlanthen), Barnetta (70. D. Degen), Margairaz (78. Inler) – Frei (57. Streller)
Tore: 1:0 (7.) Kuranyi, 2:0 (30.) Gomez, 3:0 (66.) Frings, 3:1 (71.) Streller
Schiedsrichter: Ruud Bossen (Niederlande)
Zuschauer: 51.333
Gelbe Karten: keine

(tc)