791: Deutschland – Slowakei 2:1

(Mittwoch, 6. Juni 2007)
Trotz der bislang schwächsten Leistung seit Amtsantritt von Bundestrainer Löw, das Spiel der B-Elf gegen Dänemark ausgenommen, ist die deutsche Nationalmannschaft durch das 2:1 (2:1) über die Slowakei der EM-Endrundenteilnahme 2008 ein beträchtliches Stück näher gekommen. Es war das letzte Länderspiel der Saison 2006/07. Die Bilanz: elf Spiele, neun Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage, bei 37:6 Toren.

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger AOL-Arena ließ die DFB-Auswahl von der ersten Minute an jegliche Laufbereitschaft vermissen und versuchte, die ersatzgeschwächten und stark verjüngten Gäste mit gepflegtem Alt-Herren-Standfußball in Schach zu halten. Das schien zunächst zu gelingen, denn nach einer furiosen Einzelleistung des erneut defensiv wie offensiv überragenden Jansen ging die deutsche Elf früh in Führung. Die abgefälschte Hereingabe des Noch-Gladbachers lenkte Durica, entscheidend bedrängt von Klose, zum 1:0 ins eigene Netz. Dieses Ergebnis hielt allerdings nur zehn Minuten, weil es Metzelder seinem Gegenüber gleich tat: im Laufduell mit Krajcik wollte der Dortmunder den Ball wegspitzeln, traf jedoch ins eigene Gehäuse (20.). Die zweite gute Angriffsaktion der deutschen Mannschaft führte kurz vor der Pause zur erneuten Führung. Nach gutem Einsatz von Klose verwandelte Hitzlsperger die anschließende Lahm-Flanke per Kopf zum 2:1 (43.).

Damit hatten beide Teams ihr Pulver verschossen. Die DFB-Elf verlegte sich im zweiten Durchgang komplett aufs Verteidigen und hatte keine halbwegs vernünftige Offensivaktion mehr zu verzeichnen. Die Mannschaft wirkte stehend k.o. und urlaubsreif. Die sehr bemühten, aber spielerisch extrem limitierten Slowaken verstanden es nicht, die Räume für eigene zwingende Aktionen zu nutzen. Das Tor von Lehmann geriet nicht einmal ernsthaft in Gefahr. So fuhr der WM-Dritte nach 90 Minuten einen glanzlosen 2:1-Arbeitssieg ein. Kleiner Wermutstropfen: Schneider sah seine zweite Gelbe Karte im Wettbewerb und fehlt damit im nächsten Qualifikationsspiel im September in Wales.

Die Bestnoten im deutschen Team verdienten sich Jansen, auf den sich Bayern München freuen darf, und Frings, der als einziger gelegentlich versuchte Tempo ins Spiel zu bringen, jedoch selten eine Anspielstation fand. Lahm und Fritz begannen auf der rechten Seite unkonzentriert, steigerten sich jedoch später. Hitzlsperger hatte im linken Mittelfeld außer seinem Siegtor nicht viel zu bieten.

Es war im neunten Vergleich mit der Slowakei der siebte Sieg (bei zwei Niederlagen). Hamburg erlebte das 30. Länderspiel. Die Bilanz: 18 Siege, vier Unentschieden, acht Niederlagen. Zuletzt verlor die Nationalmannschaft vor 19 Jahren in der Hansestadt: 1:2 im EM-Halbfinale am 21. Juni 1988 gegen die Niederlande.

Deutschland: Lehmann – Lahm, Mertesacker, Metzelder, Jansen – Fritz, Frings, Schneider (90.+2 Rolfes), Hitzlsperger – Klose (74. Trochowski), Kuranyi (65. Gomez)
Slowakei: Contofalsky – Krajcik, Skrtel, Durica, Klimpl – Strba (83. Oravec), Hamsik, Sestak (65. Zofcak), Sapara (65. Holosko), Svento – Vittek
Tore: 1:0 (10.) Durica (Eigentor), 1:1 (20.) Metzelder (Eigentor), 2:1 (43.) Hitzlsperger
Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)
Zuschauer: 51.500
Gelbe Karten: Schneider / Strba

(tc)