794: Deutschland – Rumänien 3:1

(Mittwoch, 12. September 2007)
Im 13. Länderspiel gegen Rumänien, dem ersten seit der katastrophalen 1:5-Pleite vor drei Jahren in Bukarest, feierte die deutsche Nationalmannschaft mit 3:1 (1:1) ihren siebten Sieg, bei drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Es war der erste Erfolg über die Osteuropäer seit 23 Jahren.

Damit baute die DFB-Auswahl auch ihre glänzende Köln-Bilanz aus. In der rheinischen Metropole gab es nur eine einzige Niederlage: 1:2 vor 72 Jahren gegen Spanien (12. Mai 1935). In den übrigen 21 Begegnungen seit 1927 stehen 16 Siege und fünf Unentschieden zu Buche.

Gegen die seit 14 Spielen ungeschlagenen Rumänen stieß die erneut stark ersatzgeschwächte deutsche Elf in der ersten Halbzeit an ihre Grenzen. Es war einzig der Überheblichkeit der Gäste zu verdanken, dass die Gastgeber nach dem frühen 0:1 durch Goian (3.) bis zur Pause nicht hoffnungslos in Rückstand lagen. Angeführt von ihren genialen Mittelfeld-Strategen Christian Chivu (Inter Mailand) und Adrian Mutu (AC Florenz) berauschten sich die spielerisch und läuferisch haushoch überlegenen Rumänen an der Vorführung des Gegners, statt den Sack zeitig zuzuschnüren.

Das sollte sich bitter rächen, zumal Chivu Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen musste. Eine präzise Rechtsflanke von Schweinsteiger köpfte Kapitän Bernd Schneider in seinem 80. Länderspiel unbedrängt zum völlig überraschenden 1:1-Ausgleich ein (42.). Zu diesem Zeitpunkt ein mehr als schmeichelhaftes Resultat für die Schützlinge von Bundestrainer Löw, die in der Innenverteidigung und im Mittelfeld lange Zeit bedenkliche Schwächen offenbarten. Vor allem aber krankte das deutsche Spiel an der fehlenden Laufbereitschaft. Besonders in der Offensive, wo sich die ähnlichen Spielertypen Helmes und Podolski, beide nicht die Laufstärksten, gegenseitig auf den Füßen standen. Überdies hatte Piotr Trochowski einen absoluten Seuchentag erwischt. Dem Hamburger gelang in seinem siebten Länderspiel so gut wie gar nichts. Schweinsteiger profilierte sich als Ballverteiler, konnte dem Spiel aber nicht wie vier Tage zuvor in Wales seinen Stempel aufdrücken.

Im zweiten Durchgang wirkte die deutsche Mannschaft insgesamt deutlich spritziger, der für den indisponierten Metzelder eingewechselte Arne Friedrich sorgte für Stabilität in der Defensive. Außerdem bauten die Rumänen nun zusehends ab und ließen ihrerseits serienweise Großchancen für den Gegner zu. Aber erst der eingewechselte Odonkor sorgte mit einem ersten Länderspieltor zum 2:1 (65.) für die Wende – stark begünstigt vom unsicheren Gäste-Torhüter Coman. Schließlich kam auch noch der mit fortschreitender Spieldauer immer stärkere Podolski zu seinem ersehnten Erfolgserlebnis vor "heimischer" Kulisse: er hämmerte nach Vorarbeit von Hilbert das Leder zum 3:1-Endstand in die Maschen (82.). Es war bereits der fünfte Sieg hintereinander für den WM-Dritten, der selbst mit seinem zweiten Anzug inzwischen international konkurrenzfähig geworden ist – dank Selbstvertrauen und vorbildlicher Einstellung.

Deutschland: Hildebrand – Hilbert, M. Friedrich, Metzelder (46. A. Friedrich), Jansen (46. Castro) – Schneider (60. Odonkor), Hitzlsperger (46. Rolfes), Schweinsteiger, Trochowski – Helmes, Podolski
Rumänien: Coman – Marin, Tamas, Goian (71. M. Constantin), Rat (75. St. Radu) – – Codrea (63. Munteanu), Nicolita, Chivu ( 23. O. Petre), Dica (87. Cristea), Mutu – Marica (73. Bucur)
Tore: 0:1 (3.) Goian, 1:1 (42.) Schneider, 2:1 (65.) Odonkor, 3:1 (82.) Podolski
Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)
Zuschauer: 44.500
Gelbe Karten: Trochowski, Podolski / Nicolita

(tc)