816: Deutschland – Liechtenstein 4:0

(Samstag, 28. März 2009)
Fünf sehr gute Minuten jeweils zu Beginn der ersten und der zweiten Halbzeit bescherten der deutschen Nationalmannschaft im Leipziger Zentralstadion einen ungefährdeten 4:0 (2:0)-Heimsieg über Liechtenstein.

Bundestrainer Joachim Löw musste auf die verletzten Stammspieler Rene Adler, Arne Friedrich, Torsten Frings, Piotr Trochowski und Miroslav Klose verzichten. In der Innenverteidigung erhielt Tasci den Vorzug vor Westermann.

In der Anfangsphase sah es danach aus, als würde sich für Liechtenstein ein Debakel anbahnen. Ballack mit einem Direktschuss nach Vorarbeit von Schweinsteiger (4.) und Jansen mit mit einem satten 12-Meter-Schuss unter die Latte (9.) sorgten für ein frühes 2:0.

Doch in der Folge ließ die deutsche Elf zusehends das Zepter schleifen, vermochte es nicht mehr, den völlig unambitionierten Außenseiter entscheidend unter Druck zu setzen. Im Gegenteil: der Vize-Europameister erging sich, wie schon zwei Monate zuvor im Testmatch gegen Norwegen, in gänzlich unproduktivem Kurzpass-Spiel. Ergebnis: extrem viel Ballbesitz, kaum Torchancen. Zumal die Stürmer Gomez und Podolski über weite Strecken nicht durch erkennbares Engagement auffielen. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gab es wieder Torchancen durch zweimal Podolski (39. und 43.) und einen von Ballack entschärften Direktschuss von Hitzlsperger (40.).

Ein Doppelschlag von Schweinsteiger (48.) und Podolski (50.) zum 4:0 ließ die Zuschauer in Leipzig kurrzeitig von einer besseren zweiten Halbzeit träumen. Doch die DFB-Auswahl schaltete in der Folge wieder zwei Gänge zurück und beließ es bei diesem Ergebnis.

In der deutschen Elf blieb vieles Stückwerk. Torhüter und Abwehr wurden in keiner Phase gefordert. Liechtenstein gab durch Frick (53.) nur einen Schuss auf das deutsche Tor ab. Im Mittelfeld war die rechte Seite mit Beck und Schweinsteiger deutlich bemühter als die linke Seite, auf der Lahm und Jansen ihre Schnelligkeit zu selten ausspielten. Brauchbare Flanken blieben Mangelware, was den tapfer verteidigenden Liechtensteinern in die Karten spielte.

Deutschland: Enke – Beck, Mertesacker, Tasci, Lahm – Schweinsteiger (88. Rolfes), Ballack, Hitzlsperger (78. Marin), Jansen (64. Helmes) – Gomez, Podolski
Liechtenstein: Jehle – Vogt, Ma. Stocklasa, Mi. Stocklasa, Oehri – Ritzberger, R. Büchel, Gerster, Rohrer – Frick, T. Beck (74. R. Beck)
Tore: 1:0 (4.) Ballack, 2:0 (9.) Jansen, 3:0 (48.) Schweinsteiger, 4:0 (50.) Podolski
Schiedsrichter: Igor Ishchenko (Ukraine)
Zuschauer: 43.000
Gelbe Karten: Tasci / Rohrer, T. Beck, Frick

STATISTIK:

  • – Auch im vierten Aufeinandertreffen mit Liechtenstein in den vergangenen 13 Jahren ging die DFB-Auswahl als Sieger vom Platz. Stets ging es klar aus: 9:1 (1996), 8:2 (2000) und 6:0 (2008).
  • – Im 7. Länderspiel in Leipzig kam die deutsche Mannschaft zum 6. Sieg. Nur das allererste Länderspiel in der sächsischen Metropole ging verloren (2:3 gegen die Niederlande am 17. November 1912).
  • – Kapitän Michael Ballack erzielte mit dem 1:0 sein 40. Länderspieltor.
  • – Die Gelbe Karte für Serdar Tasci war die erste gegen einen deutschen Spieler seit Kevin Kuranyis Verwarnung im EM-Finale 2008 gegen Spanien.
  • – Marcell Jansen ist der 46. Nationalspieler des Hamburger SV. Nur Bayern München (77) stellte in den vergangenen 101 Jahren mehr Spieler für die Nationalelf ab.
  • Frühere Länderspiele am 28. März:
    789 28.03.2007 Duisburg Deutschland – Dänemark 0:1 (F-Spiel)
    700 28.03.2001 Athen Griechenland – Deutschland 2:4 (WM-Qualifikation)
    496 28.03.1984 Hannover Deutschland – Sowjetunion 2:1 (F-Spiel)
    376 28.03.1973 Düsseldorf Deutschland – Tschechoslowakei 3:0 (F-Spiel)
    216 28.03.1954 Saarbrücken Saarland – Deutschland 1:3 (WM-Qualifikation)

(tc)