837: Dänemark – Deutschland 2:2

(Mittwoch, 11. August 2010)
Viereinhalb Wochen nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft trennten sich Dänemark und die deutsche Nationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel mit 2:2 (0:1). Vor 19.000 Zuschauern im Parken-Stadion von Kopenhagen verspielte das deutsche Team eine 2:0-Führung. Neun Tage vor dem Bundesligastart verzichtete Bundestrainer Joachim Löw auf den Großteil seiner Stammkräfte.

Da auch bei den Gastgebern die meisten Stammspieler fehlten, hatten auf beiden Seiten Spieler der zweiten Reihe Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Es entwickelte sich allerdings eine weitgehend ambitionslose Partie, mit lockerem Laufspiel und weitgehendem Verzicht auf Zweikämpfe.

Die deutsche Elf hatte anfangs Probleme mit den schnellen Dänen, vor allem den quirligen Eriksen bekam die deutsche Defensive kaum in den Griff. Erst nach einer Viertelstunde gewann das DFB-Team an Ballsicherheit und damit Spielkontrolle. Die erste Chance nutzte Gomez (19.) zum 0:1, als er nach einem Zuspiel von Hitzlsperger in Mittelstürmerposition allein vor Torhüter Sörensen auftauchte und eiskalt vollendete.

Erst kurz vor der Pause erspielten sich die Gastgeber die ersten zwingenden Chancen. Die beiden besten vergab Rommedahl (41. und 45.+1), der zweimal am aufmerksamen und reaktionsschnellen deutschen Schlussmann Wiese scheiterte.

Begünstigt durch nachlassende Konzentration und eine immens hohe Fehlerquote in beiden Abwehrreihen ergaben sich nach der Pause für beide Mannschaften reihenweise beste Torgelegenheiten, was zwar nicht die Qualität, aber zumindest den Unterhaltungswert des Spiels deutlich steigerte. So knallte Agger (56.) den Ball aus Nahdistanz an den Pfosten und Sörensen lenkte einen Fernschuss des eingewechselten Hunt an den Pfosten (61.).

In der 73. Minute schien die Begegnung entschieden, als Helmes nach prächtiger Vorarbeit von Boateng und Gentner das 0:2 markierte. Doch nur wenige Sekunden später half ein totaler Blackout von Tasci dem Gegner wieder auf die Beine. Rommedahl bedankte sich für das Fehlpass-Geschenk mit dem 1:2-Anschlusstor (74.). Nachdem Gomez und Helmes in der Schlussphase nach Kontern jeweils freistehend vor dem Tor die Nerven versagten, erzielte schließlich Junker (87.) nach der einzigen Unsicherheit des ansonsten überragenden Torhüters Wiese das insgesamt leistungsgerechte 2:2.

In der deutschen Mannschaft verdienten sich Wiese, Boateng und Gentner die besten Noten, auch Beck und Träsch wussten zu gefallen. Kroos und Marin blieben hingegen weit unter ihren Möglichkeiten.

Dänemark: Sörensen – Jacobsen, Kjaer, Agger, S. Poulsen (28. Thomsen) – Jensen (46. Silberbauer), Kvist (67. Lorentzen), Eriksen – Rommedahl, Pedersen (55. Junker), Enevoldsen (46. Schöne)
Deutschland: Wiese – Beck (56. Riether), Boateng (78. Schulz), Tasci, Schäfer – Gentner, Hitzlsperger (66. Helmes) – Träsch, Kroos, Marin (56. Hunt) – Gomez
Tore: 0:1 (19.) Gomez, 0:2 (73.) Helmes, 1:2 (74.) Rommedahl, 2:2 (87.) Junker
Schiedsrichter: Alan Kelly (Irland)
Zuschauer: 19.000
Gelbe Karten: – / Boateng

STATISTIK:

  • – Kleines Jubiläum: zum 25. Mal sei 1912 trug die deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel gegen Dänemark aus (14 Siege, drei Unentschieden, acht Niederlagen)
  • – Den letzten Sieg über den nördlichen Nachbarn feierte die DFB-Auswahl vor 14 Jahren (2:0 im Jahre 1996 in München); seitdem gab es zwei Niederlagen und ein Unentschieden.
  • – Es war das erste Unentschieden zwischen beiden Mannschaften seit 52 Jahren (1:1 am 24. September 1958 in Kopenhagen). In den darauf folgenden zwölf Partien bis 2007 gab es immer einen Sieger.
  • – Zum elften Mal trug die deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel in Kopenhagen aus. Die Bilanz: Fünf Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen.
  • – Debütant Sascha Riether ist der 881. deutsche Nationalspieler, der 9. Nationalspieler vom VfL Wolfsburg und der 40. Neuling in der Ära von Bundestrainer Joachim Löw.
  • – Die deutsche Nationalelf trug erstmals in ihrer 102-jährigen Geschichte ein Länderspiel an einem 11. August aus.

(tc)