897: Deutschland – Gibraltar 4:0

(Freitag, 14. November 2014)
Mit einem 4:0 (3:0)-Sieg über Gibraltar feierte die deutsche Nationalmannschaft im vierten Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft 2016 ihren zweiten Sieg. Gegen den krassen Außenseiter tat sich der Weltmeister vor 44.000 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Grundig-Stadion allerdings immens schwer.

Bereits im Vorfeld war in den Medien über einen neuen deutschen Rekordsieg spekuliert worden. Das sollte sich als völlig falsche Einschätzung der Tatsachen herausstellen. Gegen die mit Mann und Maus verteidigenden Gäste tat sich die DFB-Elf von der ersten Minute an schwer, vor allem deshalb, weil es im Spiel nach vorn an Tempo mangelte. Die ersten „halben“ Chancen vergaben Müller, Götze, Kroos und Bellarabi. Erst in der 12. Minute klingelte es erstmals in Gibraltars Kasten: Eine Flanke von Mustafi sprang an den Pfosten und Müller staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 ab.

Die deutsche Mannschaft ließ Mitte der ersten Halbzeit keine Ambitionen erkennen, einen Kantersieg herausschießen zu wollen. Als endlich einmal dynamisch über die Flügel gespielt wurde, war das Bollwerk zum zweiten Mal überwunden. Eine flache Hereingabe von Podolski drückte Müller über die Linie (29.). Nach Doppelpass mit Kruse erhöhte Götze (38.) auf 3:0. Größtes offensives Erfolgserlebnis für Gibraltar: Einen fulminanten Fernschuss von Walker (45.) kratzte Torhüter Neuer gerade noch aus dem Winkel. Dank des behäbigen deutschen Spiels ging der haushohe Außenseiter mit einem vergleichsweise akzeptablen Rückstand in die Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit spielte die deutsche Mannschaft ohne Zug zum Tor meist um den gegnerischen Strafraum herum. Mangels Flügelspiel versuchte es die DFB-Elf unzählige Male mit überhasteten, unkonzentrierten Fernschüssen, die nicht ihr Ziel fanden. Als Podolski ausnahmsweise einmal seine Position auf dem linken Flügel hielt, lenkte Santos (67.) seine Hereingabe zum 4:0 ins eigene Tor.

Mit Standfußball versuchte Deutschland in der Schlussphase noch das eine oder andere Tor zu erzielen. Doch die tapferen Hobbyfußballer aus dem iberischen Zwergstaat kämpften bis zum Umfallen und hatten durch einen Distanzschuss von Walker (74.), den Neuer parierte, sogar noch eine Torchance.

Insgesamt ein trotz des klaren Sieges sehr uninspirierter Auftritt der deutschen Nationalmannschaft, die Spielfreude vermissen ließ und mit minimalem Aufwand zu Werke ging. Als äußerst anfällig entpuppte sich die deutsche Dreierkette in der Abwehr. Sie bot selbst den harmlosen Gästen die eine oder andere Besorgnis erregende Lücke an.

Deutschland: Neuer – Mustafi, Boateng, Durm (72. Hector) – Kroos (80. L. Bender), Khedira (60. Volland) – Bellarabi, Götze, Podolski – Müller, Kruse
Gibraltar: Robba – Garcia, Artell, Wiseman, R. Casciaro, J. Chipolina – R. Chipolina, Sergeant (58. Santos) – B. Perez (90.+1 Priestley), Walker – L. Casciaro (72. K. Casciaro)
Tore: 1:0 (12.) Müller, 2:0 (29.) Müller, 3:0 (38.) Götze, 4:0 (67.) Santos (Eigentor)
Schiedsrichter: Alexandru Tudor (Rumänien)
Zuschauer: 44.000
Gelbe Karten:– / –

STATISTIK:

(tc)