926: Dänemark – Deutschland 1:1

(Dienstag, 6. Juni 2017) Auch im neunten Spiel seit der Halbfinalniederlage gegen Frankreich bei der EM 2016 blieb die deutsche Nationalmannschaft ungeschlagen. Vor 15.500 Zuschauern im Kopenhagener Bröndby-Stadion trennte sich die DFB-Auswahl von Gastgeber Dänemark 1:1 (1:0).

Für das Test-Länderspiel setzte Bundestrainer Löw auf den für den bevorstehenden Confederations Cup nominierten Kader. Das Aufgebot setzte sich fast ausschließlich aus Spielern der zweiten und dritten Reihe zusammen, weil den meisten Stammkräften in diesem Sommer eine Ruhepause zugestanden wurde.

Mit Trapp, Stindl und Wagner standen gleich drei Länderspieldebütanten in der Startelf. Später kamen mit Younes, Demirbay und Plattenhardt noch drei weitere hinzu. Die kaum eingespielte deutsche Mannschaft begann recht nervös und suchte in der Anfangsphase vergeblich ihren Rhythmus. Die Dänen ihrerseits standen tief in der eigenen Deckung und lauerten auf Kontersituationen. So plätscherte die Partie zunächst weitgehend ereignislos dahin.

Die erste zwingende Chance des Spiels für die Gastgeber entsprang einer Freistoßhereingabe von Eriksen. Vestergaards Direktabnahme aus sechs Metern lenkte Torhüter Trapp mit einer Faust über die Latte (15.). In der 18. Minute hieß es 1:0 für Dänemark. Ein schlechter Querpass von Ginter im eigenen Strafraum brachte Rüdiger in Schwierigkeiten und dessen zu kurzes Kopfballanspiel landete vor den Füßen von Eriksen, gegen dessen 16-Meter-Flachschuss Trapp machtlos war.

Das deutsche Spiel sah im Mittelfeld recht gefällig aus, blieb aber im Angriff ohne jede Durchschlagskraft. Zwei harmlose Distanzschüsse von Goretzka brachten den dänischen Keeper Rönnow nicht in Verlegenheit. Erst in der 32. Minute nahm Goretzka genauer Maß und zwang Rönnow zu einer Glanzparade. Eine wirklich ernsthafte Torchance hatte die DFB-Elf in den ersten 45 Minuten allerdings nicht.

Auch nach der Halbzeitpause machte die dänische Mannschaft den wesentlich zielstrebigeren Eindruck. Ein 20-Meter-Direktschuss von Eriksen strich nur knapp über das Tor (50.). Glück für Deutschland in der 53. Minute, als der Ball nach einer unübersichtlichen Situation im Fünfmeterraum an die Latte sprang.

Die beiden bis dahin besten deutschen Chancen resultierten aus Eckbällen. Süle (59.) und Ginter (60.) scheiterten mit ihren Kopfbällen allerdings am aufmerksamen dänischen Schlussmann Rönnow. Ein 25-Meter-Schlenzer von Can (68.) strich nur knapp am Pfosten vorbei.

Die DFB-Auswahl hatte nun klare Feldvorteile, da sich Dänemark immer mehr auf das Verteidigen des Vorsprungs verlegte. Allerdings fand die deutsche Offensive auch in der letzten Viertelstunde kein Mittel, um sich im gegnerischen Strafraum entscheidend durchzusetzen. Erst in der 88. Minute landete ein Querschläger bei Kimmich, der mit einem sehenswerten Fallrückzieher zum 1:1-Endstand traf.

Insgesamt gelang es der deutschen B-Auswahl nicht den Nachweis zu erbringen, gehobenen internationalen Ansprüchen gerecht werden zu können.

Dänemark: Rönnow – Larsen, Vestergaard, Christensen (46. Zanka), Durmisi (66. Sörensen) – Kvist (46. Schöne), Eriksen (65. Lerager), Delaney – Poulsen (76. Vibe), Jörgensen (76. Dolberg), Braithwaite
Deutschland: Trapp – Süle, Rüdiger, Ginter (66. Younes) – Kimmich, Goretzka (77. Demirbay), Rudy (59. Can), Hector (89. Plattenhardt) – Draxler, Stindl – Wagner (67. Brandt)
Tore: 1:0 (18.) Eriksen, 1:1 (88.) Kimmich
Schiedsrichter: Michael Oliver (England)
Zuschauer: 15.500
Gelbe Karten: – / –

STATISTIK:

  • Im 27. Länderspiel gegen Dänemark seit 1912 gab es das vierte Unentschieden, bei 15 deutschen Siegen und acht Niederlagen.
  • Von den letzten fünf Begegnungen gegen Dänemark seit 2000 gewann die deutsche Nationalmannschaft nur eine (2:1 in der EM-Vorrunde 2012).
  • Zum 12. Mal seit 1912 trug die deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel in Kopenhagen aus. Die Bilanz: Fünf Siege, drei Unentschieden, vier Niederlagen.
  • Die deutsche Nationalmannschaft blieb auch im neunten Länderspiel seit der EM-Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich vor elf Monaten ungeschlagen.
  • Die 16 eingesetzten Spieler hatten vor Beginn der Partie durchschnittlich knapp 8 Länderspiele absolviert
  • Kevin Trapp, Lars Stindl, Sandro Wagner, Amin Younes, Kerem Demirbay und Marvin Plattenhardt sind die DFB-Nationalspieler 929 bis 934 und die Debütanten 88 bis 93 in der Amtszeit von Bundestrainer Joachim Löw.
  • Erste Debütanten unter Löw waren vor elf Jahren Manuel Friedrich und Malik Fathi (beim 3:0 über Schweden am 16.8.2006)
  • Frühere Länderspiele am 6. Juni:
    6.6.2014 in Mainz: Deutschland – Armenien 6:1 (Freundschaftsspiel)
    6.6.2007 in Hamburg: Deutschland – Slowakei 2:1 (EM-Qualifikation)
    6.6.2004 in Kaiserslautern: Deutschland – Ungarn 0:2 (Freundschaftsspiel)
    6.6.2001 in Tirana: Albanien – Deutschland 0:2 (WM-Qualifikation)
    6.6.1978 in Cordoba: Mexiko – Deutschland 0:6 (WM-Vorrunde)
    6.6.1965 in Rio de Janeiro: Brasilien – Deutschland 2:0 (Freundschaftsspiel)
    6.6.1962 in Santiago: Chile – Deutschland 0:2 (WM-Vorrunde)

(tc)