942: Deutschland – Saudi-Arabien 2:1

(Freitag, 8. Juni 2018) Neun Tage vor ihrem Auftaktspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland feierte die deutsche Nationalmannschaft ihren ersten Sieg im Kalenderjahr 2018. 30.000 Zuschauer in der Leverkusener Bay-Arena sahen einen mühevollen 2:1 (2:0)-Erfolg über WM-Teilnehmer Saudi-Arabien.

Bundestrainer Löw verzichtete auf Experimente und schickte bis auf den leicht verletzten Özil die nominell beste Elf aufs Feld. Bereits nach acht Minuten hieß es 1:0 durch ein sehenswert herausgespieltes Tor. Einen herrlichen Steilpass von Kimmich legte Reus quer auf Werner und der hatte aus fünf Metern keine Schwierigkeiten zu vollenden. Drei Minuten später traf Reus mit einem satten Flachschuss aus 18 Metern nur den Pfosten.

In einer Partie ohne nennenswerten physischen Einsatz mühten sich Saudis ab der 15. Minute um einen geordneten Spielaufbau, verfügten aber nicht über die Mittel, um die Abwehr der DFB-Auswahl ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Auf der anderen Seite ließ es Deutschland locker angehen und suchte nicht in letzter Konsequenz den Torerfolg. Einer der wenigen Höhepunkte der ersten 45 Minuten war ein Direktschuss von Khedira aus zehn Metern, den Torhüter Al-Muaiouf an den Pfosten lenkte (37.).

Da die deutsche Elf das Match mit zunehmender Spielzeit kaum mehr ernst nahm, kam Saudi-Arabien in den Schlussminuten des ersten Durchgangs sogar noch zu zwei halben Chancen durch Al-Muwallad (38. und 39.). Beim durchaus etwas überraschenden 2:0 (43.) spielte Saudi-Arabiens Abwehrspieler Othman die Hauptrolle. Eine flache Hereingabe von Werner lenkte er, bedrängt von Müller, aus kurzer Distanz über die eigene Torlinie.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte die deutsche Elf das Tempo. Draxler (50.), Müller (55.) und Gündogan (59.) scheiterten jedoch in aussichtsreicher Position am Gästekeeper. Erneut dauerte die deutsche Drangphase allerdings nur eine Viertelstunde, dann zog wieder der Schlendrian ein. Dies nutzte Al-Dawsari fast zum Anschlusstor (61.).

In der Schlussviertelstunde tendierte die Laufbereitschaft der deutschen Mannschaft gegen Null. Ein äußerst fragwürdiger Elfmeter führte in der 85. Minute zum 2:1-Anschlusstor für die Gäste. Khedira hatte angeblich Al-Jassim zu Fall gebracht. Torhüter ter Stegen parierte den Elfmeter von Al-Sahlawi, doch im Nachschuss netzte Al-Jassim ein (85.). In der zweiten Minute der Nachspielzeit entging der Weltmeister ganz knapp der ganz großen Blamage, als Al-Jassim allein auf ter Stegen zulief, aber den Ball unkonzentriert vertändelte und zu spät auf Al-Sahlawi quer legte.

Fazit: Trotz des Sieges präsentierte sich die deutsche Nationalmannschaft auch in ihrem letzten Testspiel weit entfernt von einer vielversprechenden WM-Form.

Deutschland: Neuer (46. ter Stegen) – Kimmich (81. Ginter), Boateng (46. Süle), Hummels, Hector – Kroos, Khedira – Müller (74. Brandt), Draxler, Reus (57. Gündogan) – Werner (62. Gomez)
Saudi-Arabien: Al-Muaiouf – Al-Faraj (90.+1 Al-Khaibari), Othman, Osama Hawsawi (82. Al-Bulaihi), Al-Harbi (46. Al-Burayk) – Otayf (74. Al-Mogahwi), Al-Shahrani, Al-Shehri, Al-Jassim – Al-Dawsari (87. Bahebri) – Al-Muwallad (62. Al-Sahlawi)
Tore: 1:0 (8.) Werner, 2:0 (43.) Othman (Eigentor), 2:1 (85.) Al-Jassim (Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Slavko Vincic (Slowenien)
Zuschauer: 30.000
Gelbe Karten: – / Al-Mogahwi
Besondere Vorkommnisse: ter Stegen hält Foulelfmeter von Al-Sahlawi (85.)

STATISTIK:

  • Im dritten Länderspiel gegen Saudi-Arabien seit 1998 kam Deutschland zum dritten Sieg.
  • Leverkusen war zum 8. Mal seit 1991 Schauplatz eines Länderspiels. Die Bilanz: 7 Siege, 1 Unentschieden.
  • Marc-Andre ter Stegen machte sein 20. Länderspiel.
  • Der deutsche WM-Kader 2018:
    TOR:
    1 Manuel Neuer, 12 Kevin Trapp, 22 Marc-Andre ter Stegen
    ABWEHR:
    2 Marvin Plattenhardt, 3 Jonas Hector, 4 Matthias Ginter, 5 Mats Hummels, 15 Niklas Süle, 16 Antonio Rüdiger, 17 Jerome Boateng, 18 Joshua Kimmich
    MITTELFELD:
    6 Sami Khedira, 7 Julian Draxler, 8 Toni Kroos, 10 Mesut Ozil, 11 Marco Reus, 13 Thomas Müller, 14 Leon Goretzka, 19 Sebastian Rudy, 20 Julian Brandt, 21 Ilkay Gündogan
    ANGRIFF:
    9 Timo Werner, 23 Mario Gomez
  • Frühere Länderspiele am 8. Juni:
    8.6.2008 in Klagenfurt: Deutschland – Polen 2:0 (EM-Vorrunde)
    8.6.2005 in Mönchengladbach: Deutschland – Russland 2:2 (Freundschaftsspiel)
    8.6.1994 in Toronto: Kanada – Deutschland 0:2 (Freundschaftsspiel)
    8.6.1986 in Queretaro: Schottland – Deutschland 1:2 (WM-Vorrunde)
    8.6.1977 in Montevideo: Uruguay – Deutschland 0:2 (Freundschaftsspiel)
    8.6.1958 in Malmö: Argentinien – Deutschland 1:3 (WM-Vorrunde)

(tc)