955: Deutschland – Estland 8:0

(Dienstag, 11. Juni 2019) Mit einem mühelosen 8:0 (5:0)-Erfolg über Estland vor 26.000 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Opel-Arena verabschiedete sich die deutsche Nationalmannschaft in die Sommerpause. Es war im dritten EM-Qualifikationsspiel der dritte Sieg.

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Assistenztrainer Sorg veränderte die Startelf gegenüber dem Weißrussland-Spiel vor drei Tagen auf zwei Positionen. Für Tah und Klostermann begannen Kehrer und Goretzka.

Vom Spielverlauf her knüpfte die deutsche Mannschaft dort an, wo sie gegen Weißrussland aufgehört hatte: Pausenloser Ballbesitz mit endlosen Ballstafetten. Allerdings machte die DFB-Auswahl an diesem Tag mit dem Gegner kurzen Prozess. Eine plötzliche Tempoverschärfung führte zum 1:0. Gündogans Pass auf den Flügel spielte Kehrer direkt in die Mitte und Reus drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (10.). Sieben Minuten später bereits die Vorentscheidung: Nach artistischer Vorarbeit von Sané schob Gnabry die Kugel aus drei Metern ins Netz (17.).

Und es ging munter weiter. Nach Flanke von Kimmich köpfte Goretzka zum 3:0 ein (20.). Als Goretzka im Strafraum umgerissen wurde, verwandelte Gündogan den fälligen Elfmeter zum 4:0 (26.). Nach einer halben Stunde lenkte Keeper Lepmets den Distanzknaller von Reus mit den Fingerspitzen an die Latte. Einen 25-Meter-Freistoß versenkte Reus mit brillanter Schusstechnik zum 5:0 in den Maschen (37.).

Da Estland jede Teilnahme am Spiel verweigerte und die Gästespieler meist lust- und körperlos über das Feld trabten, war die Partie für die DFB-Elf in den ersten 45 Minuten zu keinem Zeitpunkt mehr als ein sehr lockeres Trainingsspielchen.

Estland verzeichnete seinen ersten nennenswerten Abschluss des Spiels unmittelbar nach der Pause durch Zenjov (48.), der jedoch mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze das Tor um einen Meter verfehlte. Acht Minuten später entschärfte Torhüter Neuer einen Distanzschuss von Zenjov. Doch das war’s dann auch von den Gästen.

Auf der anderen Seite parierte Lepmets prächtig eine Direktabnahme von Reus (58.). Nach einer scharfen flachen Hereingabe von Halstenberg machte Gnabry das halbe Dutzend voll (62.). Eine Abseits-Fehlentscheidung des Linienrichters verhinderte die Anerkennung des Traumtores von Sané (68.). Der siebte Treffer war stattdessen Werner vorbehalten, der einen Steilpass von Draxler gekonnt vollendete (79.). Bei Sanés nächstem Treffer stand Gnabry vor dem Tor im Abseits – wieder zählte die Bude nicht (82.). Ironischerweise stand Sané schließlich bei seinem Tor zum 8:0-Endstand (88.) tatsächlich im Abseits.

Estland war zu keiner Sekunde ein Prüfstein für die deutsche Nationalmannschaft, die dank ihrer Spielfreude diesmal auch eine Fülle an Torchancen herausspielte. Allein Torhüter Lepmets und deutsches Abschlusspech verhinderten eine deutlich höhere Niederlage.

Deutschland: Neuer – Kehrer, Ginter, Süle, Schulz (46. Halstenberg) – Goretzka, Kimmich, Gündogan (53. Draxler) – Gnabry, Reus (66. Werner), Sané
Estland: Lepmets – Teniste, Tamm, Vihman, Mets, Pikk – Kams, Vassiljev (82. Kreida), Dmitriev (59. Käit), Puri – Zenjov (71. Ojamaa
Tore: 1:0 (10.) Reus, 2:0 (17.) Gnabry, 3:0 (20.) Goretzka, 4:0 (26.) Gündogan (Foulelfmeter), 5:0 (37.) Reus, 6:0 (62.) Gnabry, 7:0 (79.) Werner, 8:0 (88.) Sané
Schiedsrichter: Ali Palabiyik (Türkei)
Zuschauer: 26.000
Gelbe Karten: – / –

STATISTIK:

  • Zum vierten Mal seit 1935 traf Deutschland in einem Länderspiel auf Estland. Alle vier Begegnungen gewann die DFB-Elf.
  • Es war das erste Länderspiel einer DFB-Auswahl gegen Estland seit 80 Jahren.
  • Zum zweiten Mal nach 2014 (6:1 über Armenien) war Mainz Schauplatz eines Länderspiels.
  • Niklas Süle machte sein 20. Länderspiel.
  • Der Treffer von Reus zum 5:0 war das erste direkte Freistoßtor der deutschen Nationalmannschaft seit 12 Jahren (Frings zum 3:0 beim 3:1 über die Schweiz am 7. Februar 2007 in Düsseldorf).
  • Frühere Länderspiele am 11. Juni:
    11.6.2003 in Torshavn: Färöer – Deutschland 0:2 (EM-Qualifikation)
    11.6.2002 in Shizuoka: Deutschland – Kamerun 2:0 (WM-Vorrunde)
    11.6.1980 in Rom: Deutschland – Tschechoslowakei 1:0 (EM-Vorrunde)
    11.6.1958 in Helsingborg: Deutschland – Tschechoslowakei 2:2 (WM-Vorrunde)

(tc)